neuneinhalb – Deine Reporter: So trainieren Duisburgs Eishockey-Mädchen | WDR

neuneinhalb – Deine Reporter: So trainieren Duisburgs Eishockey-Mädchen | WDR


Untertitel: WDR mediagroup GmbH
im Auftrag des WDR Heute bei neuneinhalb:
Faszination Eishockey. Eishockey ist eine der heftigsten
Mannschaftssportarten der Welt. Und eine der schnellsten. Ich bin mit Eishockeyspielerinnen der Duisburger Jungfüchse
verabredet. Genau, Spielerinnen, denn hier
trainiert eine besondere Mannschaft. Das 1. reine Mädcheneishockeyteam
Deutschlands. Mit dabei ist Marlene. Marlene ist eine
von 16 Spielerinnen, die regelmäßig auf dem Eis stehen. Besser gesagt, drüberflitzen. Gerade üben Marlene,
Nina und Alessia Torschüsse. Ich trau mich auch aufs Eis. Ich bin zwar Anfängerin,
aber ich hab ja super Trainerinnen. Hättet ihr Lust, mir was zu zeigen?
– Ja. Dann würd ich vorschlagen,
Eierlaufen. – Eierlaufen? Ah, so sieht das aus. Okay. Mein 1. Versuch. Ihr lacht alle, okay, na gut. Eierlaufen muss ich noch üben. Beim Passen läuft es besser. Was ist der Grund,
weswegen du Eishockey magst? Ich mag Eishockey gerne,
weil es schnell ist. Ich liebe es, wenn man
schnell läuft und fest schießt. Dann geht der Puck meistens ins Tor. Hast du keine Angst,
dich zu verletzen? Ich habe keine Angst, wir haben
feste und dicke Eishockeysachen. Jetzt seid ihr 3 Mädels,
die Eishockey spielen. Ihr hört bestimmt
mal einen Spruch dazu. Was machst du, wenn jemand sagt,
das ist kein Mädchensport. Warum machst du nicht Eiskunstlauf? Keine Sportart
ist für Jungen oder Mädchen. Ist eigentlich für beide. Da hat Nina recht. Eishockey, wie wir es heute kennen,
stammt aus Kanada. Dort wurde vor 200 Jahren die
1. Eishockeyliga der Welt gegründet. Von da an verbreitete sich
der Sport über die ganze Welt. Pro Team dürfen 5 Spieler
und ein Torwart aufs Eis. Mit dem Schläger
versuchen die Spieler, den Puck ins Gegentor zu schießen. Gespielt wird auf der gesamten
Eisfläche, auch hinter dem Tor. Es ist erlaubt,
den Gegner wegzuschubsen. “Bodycheck” nennt man das. In Nordamerika kommt es während
der Spiele manchmal zu Schlägereien. In Deutschland
ist das nicht erlaubt. Die deutsche Eishockeyliga ist bei uns
die höchste Spielklasse der Herren. Es gibt eine Frauenbundesliga,
die ist allerdings weniger bekannt. In den Vereinen
gibt es um die 2.000 Spielerinnen. Zurück in Duisburg:
Das Training geht weiter. In 10 Tagen steht ein Turnier an. Auf dem Eis sind auch Jungs,
denn in Deutschland ist es so, dass in den Kindermannschaften
Jungs und Mädchen trainieren. Dass die Duisburger ein Mädchenteam
haben, ist etwas Besonderes. Die Teamtrainerin erzählt mir,
was sie erreichen will. Punkt 1:
Dass sie Spaß an dem Sport behalten. Ohne Spaß geht das nicht. Dass sie mit der Aufgabe,
als reines Mädelsteam, wachsen. Sie sind gezwungen, das Zepter
selbst in die Hand zu nehmen. Das Zepter sich nicht
von den Jungs nehmen zu lassen. Spielen die Mädels mit den Jungs,
ist es leichter zu sagen, geh du, dann mach ich keine Fehler. In dem Mädelsteam ist es so,
dass sie es selber machen müssen. Sie sehen ihre Erfolge,
werden mutiger, selbstbewusster. Das ist das, was wir sehen möchten. Wenn wir auf das nächste Spiel
gucken, was ist Ihr Ziel? Ich würde gerne
Turniersieger wieder werden. Und würde
die Jungs gerne mehr ärgern. Den Rest machen die Mädels. Das Training ist vorbei,
es ist spät geworden. Ich begleite Marlene nach Hause. In ihrem Zimmer hat sie
Medaillen und Pokale stehen. Viele Trophäen, wenn man bedenkt,
dass Marlene erst 11 Jahre ist. Wann hast du angefangen,
Eishockey zu spielen? Mit 2 Jahren hab ich
den 1. Fuß aufs Eis gesetzt. Mit 4 Jahren hab ich angefangen,
Eishockey zu spielen. Du trainierst mit Jungs, spielst
gegen Jungs. Wie reagieren die? Die nervt das, wenn Mädchen
in ihrem Sport rumfuschen, aber ich klau denen die Scheibe
und schieß ein Tor. Jungs können nervig sein,
wenn die versuchen, besser zu sein. Was ist dein Ziel
für das nächste Spiel? 2 bis 3 Tore schießen.
– Ganz schön viel. Du bist müde, ich muss ins Bett,
aber wir sehen uns in 10 Tagen. Ich freu mich,
dich anfeuern zu können. Heute ist es so weit. 6:30 Uhr morgens,
gleich startet das Turnier. Das Team wärmt sich auf, danach
geht es zum Umziehen in die Kabine. Zur Hockeyausrüstung
gehören eine gepolsterte Hose, ein Brustpanzer, klar, Schlittschuhe
und heute natürlich ein Teamtrikot. Die Mädels tragen stolz Pink. Hi. Na Marlene, aufgeregt?
– Ja. Wie stehen eure Chancen,
heute zu gewinnen? Sehr gut, alle Torhüter sind da und
alle Freunde, die mich unterstützen. Ich wünsch dir viel Erfolg. Die Trainerin gibt letzte Tipps. Wichtig ist, dass ihr euch
nicht aus dem Konzept bringen lasst von den Neusser Burschen. Das Neusser Team hat viele starke
Spieler und gilt als Favorit. Aber die Mädels stürmen trotzdem
voller Kampfgeist aufs Eis. Ich stehe bereit, um sie anzufeuern. Das 1. Spiel ist gegen Grefrath,
den Gastgeber. Ran da! Die Duisburger Jungfüchse gehen
in Führung, schießen mehrere Tore. Jawohl,
Marlene hat ein Tor geschossen. Ja. Nach dem 1. Sieg bespricht die
Trainerin die Taktik für das Spiel gegen den Rivalen Neuss. Das Team ist bekannt dafür, dass
es mit viel Körperkontakt spielt. Die Jungfüchse kassieren Gegentore,
aber sie geben nicht auf. Trotzdem bleiben sie zurück. Es ist ein hartes Spiel
für Marlene und ihr Team. Neuss setzt Duisburg unter Druck, aber die Mädels
kämpfen bis zum Schluss. Für einen Sieg
hat es leider nicht gereicht. Marlene, das war spannend. Wie liefs so?
– Das 1. Spiel war richtig gut. Das 2.,
da hätten wir mehr angreifen müssen. Du hast schon 3 Tore geschossen.
– Ja, das war das 1. Spiel. Wie geht das nächste Spiel aus?
Hast du ein Ziel? Dass ich 2 bis 3 Tore schieße
und wir das wieder gewinnen. Könnt ihr das schaffen?
– Ja. Na dann, ab aufs Eis. Die letzten Gegner
sind die Krefelder Pinguine. Marlene und die anderen Jungfüchse
spielen konzentriert und geben Gas. Es wird richtig spannend. Am Ende steht es 4:2 für Duisburg. Im Anschluss
werden die Sieger gekürt. Die Mädchenmannschaft der Duisburger
Jungfüchse belegt den 2. Platz. Gut gemacht, Mädels. Auch die Trainerin
scheint zufrieden zu sein. Erfolgreiches Turnier, Marlene. Glückwunsch,
das war ein spannendes Turnier. Wie viele Tore hast du gemacht?
– 6. Bist du zufrieden?
– Ja. Wird gleich gefeiert?
– Ich glaub schon. Ich werd mich jetzt aufwärmen. Es war ein spannender Tag. Falls ihr Lust auf Eishockey
bekommen habt, schreibt uns. Tschüs. Copyright WDR 2018

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